Auf den Punkt gebracht: Die One-Page-Only-Methode

Mit nur einer Seite alles Wesentliche sagen

Was nicht auf einer einzigen Manuskriptseite zusammengefasst werden kann, ist weder durchdacht noch
entscheidungsreif.
Dwight D. Eisenhower

Auf den Punkt denken, auf den Punkt arbeiten. Das ist kurz zusammengefasst der Ansatz hinter der One-Page-Only-Methode. Bereits der US-amerikanische Präsident Ronald Reagan hielt sich an den „One-Pager“. An ihn gerichtete Memos durften nicht länger als eine Seite sein. Heute leben wir erst recht in einer Gesellschaft, die für uns alle täglich viel zu viele Informationen bereithält. Auf einer Seite alle für den Kunden relevanten Informationen verdichten – dieses Prinzip sollten Sie einmal ausprobieren.

Ziel der One-Page-Only-Methode ist es, auf einer Seite Ergebnisse und Handlungsempfehlungen aufzuzeigen, ganz unabhängig von der Branche, in der Sie tätig sind. Ganz gleich, welche Kundeninformationen Sie geben möchten, ziehen Sie das Fazit nach vorn, damit sich bereits beim ersten Überfliegen eine konkrete Antwort ergibt. Um in der Lage zu sein, Informationen so zu verdichten, bedarf es zunächst einer tief gehenden Recherche und Analyse. Wer nur an der Oberfläche kratzt und eine Fragestellung nicht zu 100 Prozent durchdacht hat, wird dem Ziel des fachlich fundierten One-Pagers nicht gerecht und kann relevante Infos nicht auf ihr Extrakt reduzieren.

Diese Praxis lässt sich in der Regel nur dann durchsetzen, wenn die Unternehmensleitung diese Vorgehensweise vorgibt und einfordert. Wer als Chefin oder Chef selbst gern ausschweifende Erklärungen liefert, wird sich mit diesem Tool wahrscheinlich schwer tun. Bedenken Sie aber, dass Ihre Kunden das sehr wahrscheinlich anders sehen. Zwingen Sie sich selbst und Ihre Mitarbeiter dazu, auf den Punkt zu denken und auf den Punkt zu formulieren. Sie können auf Augenhöhe mit Ihren Kunden kommunizieren, weil diese sich selbst bei schwierigen Fragen gut informiert fühlen.

Zugegeben: Das Ein-Seiten-Prinzip wird man nicht über Nacht etablieren. Sie müssen Ihre Mitarbeiter aber auch nicht wochenlang zur Schulung schicken. Bestimmen Sie zwei oder drei Mitarbeiter als Mentoren, denen diese Denk- und Arbeitsweise leicht fällt. Anhand eines (einseitigen!) Recherche-Merkblatts können alle anderen Mitarbeiter dann jeweils die wichtigsten Punkte abarbeiten. Diese klären das was, wie genau, welche Optionen und ab wann im Formular-Stil. Auch dort, wo es zwingend mehr Informationen zur rechtlichen Klarstellung und Entscheidungsfindung braucht, sollten Sie beim Ein-Seiten-Konzept bleiben und Ergänzungen als Anlage beifügen.

Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt dieses Prinzips: Der Kunde kann diese eine Seite mit nach Hause nehmen und wird sie wahrscheinlich sogar noch einmal lesen – bei langen Abhandlungen und dicken Papierstapeln eher unwahrscheinlich.

Quelle: Ines Scholz: Go digital: Neues Denken in der Kanzleiführung. Mit 48 Workhacks den Datenschatz heben

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